PM: Dakar 2010 - Etappe 9 |  |
Coma im Sprint, Al Attiyah greift an
Die neunte Etappe der Dakar ähnelte einem atemberaubenden Sprint zwischen den Protagonisten auf zwei Rädern. Während die zehn Besten der gestrigen Wertungsprüfung heute aus einer Reihe starteten, war Marc Coma am Ende der 170 km langen Strecke der Schnellste. Der Katalane sicherte sich seinen zehnten Sonderprüfungssieg bei der Dakar, wenn auch nur mit vier Sekunden Vorsprung vor Cyril Despres, dem Führenden der Gesamtwertung.
Bei den Autos nutzte Nasser Al Attiyah den Tag, um sich einen Etappensieg zu holen und Carlos Sainz, dem Führenden in der Gesamtwertung, fast 6 Minuten abzujagen.
Die Strecke der heutigen Etappe war zwar kurz, aber unerbittlich für die Teilnehmer. Und sie bot einen spektakulären Anfang mit dem Gruppenstart der zehn besten Motorradfahrer der gestrigen Etappe, gefolgt jeweils von weiteren zwanzigköpfigen Startergruppen. Marc Coma nahm die Sache recht schnell in die Hand und führte die Meute über die 170 km lange Strecke, die fast ausschließlich durch die Dünen oberhalb von Copiapó verlief. In den Dünen versuchte der Katalane vergeblich, die anderen Protagonisten des Rennens abzuschütteln. Bei der Zeitkontrolle CP1 (km 117) war es schließlich der Gesamtwertungsführende Cyril Despres, der die beste Zeit lieferte, wenn auch nur mit vier Sekunden Vorsprung auf Coma und 20’’ auf Pal-Anders Ullevalseter, der inzwischen zum Hauptrivalen des französischen Führenden aufgestiegen ist.
Coma gab auf dem letzten Stück der Wertungsprüfung erneut Vollgas und das private Duell mit seinem ewigen Rivalen Cyril Despres setzte sich bis auf die Ziellinie fort. Der katalanische Titelverteidiger sollte schließlich das letzte Wort haben, rettete aber nur vier Sekunden Vorsprung auf den Franzosen ins Ziel. Der Sieger der gestrigen Etappe, der Chilene Francisco „Chaleco“ Lopez, hatte mit seiner Aprilia 450ccm Mühe, mit dem Tempo der großen KTM mitzuhalten. Dennoch beendete er den Tag an dritter Position mit 1’14 Rückstand auf den Tagessieger.
Marc Coma steigt damit in den äußerst erlesenen Club der 14 Biker auf, die mindestens zehn Sonderprüfungssiege auf ihrem Konto haben. Der Katalane kommt jedoch noch nicht an Cyril Despres heran, der 22 Erfolge zählt, und noch viel weniger an den Rekordfahrer Stéphane Peterhansel mit seinen 33 Siegen. In der Gesamtwertung hat Despres jetzt 1h21 Vorsprung auf Ullevalseter und 1h25 auf Lopez.
Während es bei den Zweirädern zu einem erbitterten Sprint kam, boten auch die Autos nicht weniger Wendungen im Rennverlauf, wenn auch mit größerem Abstand. Der Vortagessieger Stéphane Peterhansel ging als Erster auf die Piste, gefolgt von einer Volkswagen-Quadriga unter Leitung des Gesamtwertungsführenden Carlos Sainz. Wie bei VW vorgesehen, ließ sich Giniel De Villiers, der inzwischen der „Wasserträger de luxe“ ist, schnell von Teamkollege Al Attiyah überholen, um dem ganzen Clan in Blau „im Fall der Fälle“ zu Diensten zu sein.
Mit der schnellsten Zwischenzeit bei km 31 und damit für den Moment Zeremonienmeister sollte Stéphane Peterhansel kurz darauf bereits in den „unaufgeräumten“ Dünen der Atacama erste Verluste erleiden. Unregelmäßige Dünen machten „Peter“ das Leben schwer. Bilanz: Eine gute Viertelstunde Zeitverlust bei CP1. Weitere nicht unwesentliche Info: Nasser Al Attiyah, Zweiter in der Gesamtwertung und auf der Jagd nach dem ersten Platz, den sein Teamkollegen und jetzt Rivale Carlos Sainz belegt, startete einen Angriff sondergleichen. Bei der ersten Zeitmessung bereits nahm der Katarer dem Mann aus Madrid, der eine Reifenpanne erlitt und sich einen kleinen Ausritt erlaubte, 6’30 ab. Al Attiyah hielt das Tempo bis ins Ziel und sicherte sich den dritten Etappensieg in diesem Jahr. Auch wenn es Sainz bis zum Ende der 170 km langen Strecke noch gelang, den Abstand zu verkürzen, verliert er dennoch 5’59 auf seinen ärgsten Gegner. Das ist die Bestätigung, dass es bei VW keine Teamorder gibt.
In der Gesamtwertung hat El Matador 8’36 Vorsprung auf Al Attiyah. Peterhansel verteidigt seinen vierten Platz, aber sein Teamkollege Guerlain Chicherit, der heute Vierter wurde, rückt langsam näher und hat nur noch eine Viertelstunde Abstand auf seinen illustren Teamkollegen bei BMW X-Raid.
Der triumphale Siegeszug der Kamaz bei den Lkws geht weiter. Firdaus Kabirov unterbrach heute die wunderbare Serie seines Teamkollegen Vladimir Chagin. Der Titelverteidiger schlug den fünffachen Dakar-Sieger mit 4’41 Vorsprung und war 14’ schneller als der Franzose Joseph Adua. In der Gesamtwertung kann sich Chagin jedoch mit einem souveränen Vorsprung von 1h11 entspannt zurücklegen und der Dinge harren, die da kommen mögen.
http://www.dakar.com/de/DAKAR/2010/live.html
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