PM: Dakar 2010 - Etappe 10 |  |
Coma wie zu Hause, erster Sieg für Sainz
In der Motorrad-Gesamtwertung weit abgeschlagen, nutzte Marc Coma die letzte Wertungsprüfung in Chile über eine Distanz von 238 km, um seine Sammlung um einen dritten Etappensieg bei der Dakar 2010 zu erweitern. Der Katalane verwies mit seiner KTM Frétigné und Rodrigues auf die Plätze. Despres führt jedoch weiterhin souverän in der Gesamtwertung.
Bei den Autos zeichnete sich ein spannender Zweikampf zwischen Sainz und Al Attiyah ab, den schließlich der Spanier für sich entschied, der die schnellste Zeit fuhr und sich ganz nebenbei nicht nur seinen ersten Etappensieg holte, sondern auch seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausbaute.
Vladimir Chagin hingegen sicherte sich in seinem Lkw den 55. Sonderprüfungssieg bei der Dakar und steigt somit zum absoluten Rekordhalter auf.
Der Abschied von der Atacama führte das Starterfeld zurück auf kurvenreiche Pisten, die den Drift- und Beschleunigungsexperten lagen. Vor der hügeligen Kulisse des Mittelgebirges gab Vortagessieger Marc Coma sofort den Ton an. Und der Katalane sollte einen einsamen Tag an der Spitze verbringen. Während der Titelverteidiger stark startete, dürfte David Frétigné wohl an eine zehnminütige Zeitstrafe gedacht haben, die er gestern im Ziel für die Missachtung der Fahnen erntete. Der Yamaha-Pilot ging heute schließlich als 13. auf die Strecke. Keine ideale Voraussetzung für eine Wertungsprüfung, die seinem kleinen Hubraum eigentlich hätte gefallen dürfen. Und trotzdem…
Auf den Wegen, die stark an seine katalanische Heimat erinnern, wo er trainiert, brillierte Marc Coma von der ersten bis zur letzten Minute. Mit einer Zeit von knapp über 3 Stunden verwies der Fahrer mit der KTM David Frétigné, der sich von seiner morgendlichen Enttäuschung erholt hatte, mit 2’06 und Helder Rodrigues mit 2’36 Abstand auf die Plätze. Damit rückt der Portugiese näher an den dritten Platz der Gesamtwertung heran. Er hat nur noch 52’’ Rückstand auf Francisco ‚Chaleco’ Lopez und 2’10 auf Ullevalseter, die aktuellen Verfolger von Despres. Die Schlacht um das Siegerpodest verspricht also vielversprechend zu werden, umso mehr als die morgige Etappe erneut den kleinen 450ccm statt der 690ccm von Ullevalseter liegen dürfte.
Cyril Despres, der Führende in der Gesamtwertung, hielt mit seinem mehr als einstündigen Vorteil Coma weiter auf Distanz, ohne zu viele Risiken einzugehen. Der zweifache Dakar-Sieger (2005 und 2007) führt derzeit mit 1h22 Vorsprung vor Ullevalseter.
Vor dieser Westernkulisse waren bei den Autos heute die Spezialisten der WRC in ihrem Element. Aber im Hinterkopf der drei führenden Piloten von Volkswagen und ihres ‚Bosses’ Kris Nissen dürfte wohl das Risiko präsent gewesen sein, alles zu verlieren. Beim Start heute Morgen trennten nur 8’26 den Führenden Carlos Sainz vom Zweitplatzierten Nasser Al Attiyah, der als Erster auf die Piste ging. Ein Rennen innerhalb eines spektakulären Rennens zwischen einem doppelten Rallye-Weltmeister und seinem schärfsten Rivalen, der sich auf kurvigen Pisten auch keineswegs zu verstecken braucht.
Wie am Vortag ließ sich auch heute Giniel De Villiers zurückfallen, um seinen Teamkollegen von VW bei Bedarf zu Hilfe eilen zu können. Nichtsdestoweniger hatte er einen Logenplatz für das spanisch-katarische Duell. Al Attiyah verlor in der Position des vorauseilenden ‚Jägers’ Zeit auf Sainz (1’30 bei km 100, 1’25 bei km 14 , der seinen Verfolger im Titelkampf auf den hügeligen Pisten gelegentlich ins Blickfeld bekam. Aber als erfahrener Pilot und vor allem nach der unglücklichen Episode im letzten Jahr wagte der Madrilene nicht zu viel und versuchte nicht zu überholen. Es reichte dennoch, um die beste Zeit des Tages mit einem Vorsprung von 28’’ auf Stéphane Peterhansel und 1’02 auf Mark Miller abzuliefern.
El Matador, der bei der diesjährigen Dakar bereits sechsmal als Zweiter ins Ziel kam, holte sich endlich seinen ersten Etappensieg 2010. Für Sainz, der sich ganz auf den Gesamtsieg konzentiert, ist dies jedoch sicher nur eine Randnotiz wert. In der Gesamtwertung hat er jetzt mehr als zehn Minuten Vorsprung auf Al Attiyah.
Auch wenn der Überflieger Vladimir Chagin gestern seinem getreuen Gefolgsmann Firdaus Kabirov ein kleines Stück vom Rallyekuchen überließ, verkehrte der fünffache Dakar-Sieger heute wieder in gewohnter Manier auf der Strecke. Der Russe holte sich seinen achten diesjährigen Etappensieg und zieht als absoluter Rekordhalter mit insgesamt 55 Sonderprüfungssiegen bei der Dakar an Stéphane Peterhansel vorbei. Der Zar gewann mit 1’24 Vorsprung auf Kabirov und 1’38 auf den überraschend starken Franzosen Joseph Adua. Chagin führt jetzt in der Gesamtwertung mit 1h12 gegenüber seinem Teamkollegen.
http://www.dakar.com/de/DAKAR/2010/live.html
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